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Größere Garage? Kinder bekommen Kinder

Januar 13th, 2010 · No Comments

Ein Häuschen mit einer kleinen Garage wird schnell zu klein, wenn eine weitere Generation hier mit einziehen soll. Normalerweise baut man ein Haus, um dort als Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, leben zu können. Nicht viele Menschen sind so erpicht darauf, zum Beispiel noch die Eltern oder dann die erwachsenen Kinder im Haus zu haben. In der Regel ziehen die Kinder ja auch aus, wenn sie die Ausbildung beendet haben. Erst dann gründen sie eine Familie und werden selbstständig. Wenn die Tochter es aber dann vorzieht, ein Baby mit 16 zu bekommen, ist das in einem normalen Einfamilienhaus manchmal schon ein Grund, über Platzmangel zu klagen.

Auch die Garage kann manchmal zu klein werden. Die Eltern wollten sich beispielsweise auf ein kleineres Auto beschränken. Nicht jedem ist es wichtig, ein möglichst imposantes, den Nachbarn übertrumpfendes Fahrzeug zu besitzen. Entsprechend wird dann die Garage zu klein, wenn auf einmal doch ein Kombi angeschafft werden muss, um Tochter und Enkel samt Kinderwagen und Wickeltasche befördern zu können. Die Unterstützung der Familie ist sehr wichtig, wenn Kinder Kinder bekommen. Wie weit diese Hilfe reicht, ist von Fall zu Fall verschieden. Dass für die Zeit, bis die Tochter dann auszieht, eine neue, größere Garage gebaut wird, ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass die erfahrenen Eltern der Jugendlichen helfen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen.

Die Tochter wird sicher andere Probleme haben, als die Garage der Eltern, wenn sie feststellt, dass sie schwanger ist. Da kommen Zukunftsängste auf die Heranwachsende zu, Unsicherheit, aber auch Freude. Angst vor der Reaktion der Eltern dürfte in beinahe allen Fällen ebenfalls ein Thema sein. Von finanzieller Seite gibt es Hilfen von Stiftungen und den Behörden, außerdem gibt es zahlreiche Betreuungsangebote und Hilfestellungen, dass die Jugendliche ihre Ausbildung noch fertig machen kann. Leider ist in manchen Situationen aber auch die junge Schwangere ganz auf sich alleine gestellt. Sie rutscht ab, landet im sozialen Aus. Nicht selten wird das Kind dann in eine Pflegefamilie gegeben, wenn die Eltern die Unterstützung für Kind und Enkel nicht als ihre Aufgabe betrachten.

Auch, wenn man mit 16 schon ein Baby bekommen hat, kann man sich noch ins Leben hineinfinden. Es ist ein harter, steiniger Weg, den die Mutter gehen muss, bis sie selbst verheiratet ist, ein Häuschen und eine Garage mit einem Auto darin besitzen kann. Dass es machbar ist, beweisen viele Fälle, in denen die elterliche und behördliche Hilfe Früchte trugen und nach einer gewissen Zeit eine gesunde Partnerschaft aufgebaut und der Weg in einer stabilen Familiensituation gegangen werden kann. Der Vater des Babys, das die Frau mit erst 16 Jahren bekommen hat, ist selten der, mit dem sie später einmal Haus und Garage bauen wird. Meistens sind es Liebeleien, aus denen die Kinder hervorgehen. Neugier, Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit spielen zusammen. Nur wenige Jugendliche wünschen sich in diesem Alter wirklich schon ein Kind. Durch Aufklärung und Information, nicht zuletzt durch Schule und Medien, wissen die Teenager, dass man verhüten kann. Auch, dass die Ausbildung ohne Kind schon eine schwierige Sache ist, ist den meisten bewusst. Warum es jedes Jahr trotzdem wieder Tausende von Kindern gibt, die von Müttern unter 18 Jahren zur Welt gebracht werden, versteht man also kaum.

Wünschenswert wäre es, wenn sich die Zahl dieser Geburten drastisch senken würde. Des Weiteren wäre es ein großer Schritt nach vorne, wenn sich die Eltern hier der Verantwortung stellen würden, ihre Tochter, oder auch den Sohn als jungen Vater, durch die schwierige Lebenssituation zu begleiten. Im Sinne des kleinen Babys, das da zur Welt kommt, wäre dies bestimmt. Auch, wenn viele Dinge sich ändern, weil man die eigene Familienplanung ja lange schon abgeschlossen hat, kann man eine solche Situation meistern. Mit Entbehrungen, aber es funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Garage, die Wohnsituation, der veränderte Tagesplan: Dies alles ist hier nur Nebensache.