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Autos verkaufen: Das leidige Thema mit der Buchhaltung

August 21st, 2009 · No Comments

Wäre es nur das Verkaufen und in der Nebensache die Reparatur von Autos, das wir erledigen müssten, wäre es viel einfacher, unser Geschäft zu führen. Leider ist aber da das Finanzamt, das genauestens Bescheid wissen will, wenn wir etwas kaufen oder verkaufen, beziehungsweise eine Rechnung für Reparaturleistungen oder Ersatzteile ausstellen. Am Anfang habe ich das alles alleine gemacht, danach half mir meine Frau. Mittlerweile sind ja mein Bruder und seine Frau auch beide mit im Geschäft involviert. Ich habe das Glück, mich nur noch sehr selten um die Buchhaltung kümmern zu müssen, weil das in der Hauptsache meine Frau Conny und unsere Schwägerin erledigen.

Als meine Schwägerin ihr letztes Kind bekam, habe ich sie vertreten, da auch meine Liebste mit unserem Kleinsten nicht wirklich aus dem Haus konnte. Da war ja gar kein Vergleich mehr zu dem System, das ich mir am Anfang meiner Karriere als Händler angelegt hatte. Der Computer war alt und lahm und auch im Bezug auf die Software nicht auf dem besten Stand. An meinem ersten Arbeitstag war ich sehr neidisch auf meinen Bruder, der die übliche Arbeit erledigte. Ich saß in meinem Büro und wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Dort war eine Rechnung einzuheften, dort eine Mahnung zu schreiben. Also, ans Werk. Gleich beim ersten Ausdruck stellte ich fest, dass die Nec Druckerpatronen leer waren und ich schnellstens neue besorgen musste, wenn ich noch etwas schaffen wollte, an diesem Tag. Nach und nach kaufte ich einige neue Dinge für unser Büro. Nur durch meinen eigenen Einsatz war mit bewusst geworden, wie aufwendig die Arbeit doch war, bis die Unterlagen jeden Monat zum Steuerberater gebracht werden konnten.

Löhne waren ja auch zu zahlen, ebenso wie ausstehende Rechnungsbeträge immer wieder einzufordern waren. Das war nun wirklich kein Klacks, vor allem, wenn den ganzen Tag immer wieder das Telefon klingelte und Kunden nach diesem oder jenen Auto oder dem Preis einer Reparatur fragten. Unsere Mädels haben das immer selbstständig gemacht, ohne sich zu beklagen. Listen heraussuchen, Preise kalkulieren und das alles, während der Kunde am Telefon wartet; das war wirklich ein Wust an Arbeit. Dazu kamen noch die Termine für den TÜV, der uns einmal in der Woche besuchte und die Annahme der Arbeit für die Werkstatt. Ganz nebenbei kam dann ich immer noch dazu, weil ich einmal wieder, am besten vor zehn Minuten, ein neues Verkaufsschild für ein brandneues Auto, das eben erst hereingekommen war, haben wollte.

Ich nahm mir vor, da in Zukunft ein wenig rücksichtsvoller zu sein. Es ging nicht an, dass man alles an Arbeit auf die Schultern der jeweils anwesenden Bürodame lastete. Schließlich möchte man ja, wenn man am Abend nach Hause kommt, die Autos samt Buchhaltung am liebsten ganz vergessen, um einen schönen Feierabend mit seiner Frau zu erleben. Mittlerweile verstehe ich manchmal ihren stillen Frust.